Integration der Sinne

Je mehr Sinne wir beim Lernen einsetzen umso besser kann sich unser Gehirn den Lernstoff merken.

Multisensorisches Lernen ist also "merkwürdiger"

Dazu ist es notwendig, dass wir unsere Sinne gut aktiviert haben.

 

Nachfolgend gibt es für jeden Sinneskanal Möglichkeiten diesen zu stärken:

WahrnehmungsCheck

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Wahrnehmungscheck
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visuell

Lernende mit vorwiegend visuelle Wahrnehmung

  • Klare, übersichtliche Anordnung des Stoffes mit strukturierten Absätzen
  • Stichwörter und Inhalte farbig hervorheben
  • Textblöcke und Übersichtstafeln unterstützen
  • Überschriften und zusammengehörende Texte farbig gestalten um zu erkennen, was zusammen gehört
  • Zeichnungen und Symbole verwenden
  • Erklärungen durch Skizzen ergänzen
  • Das Kind kann eigene Symbole gestalten um bestimmte Aufgaben und Informationen wieder zu erkennen.
  • Bevor Einzelheiten erklärt werden, stell dir den Gegenstand nochmal im Kopf vor und beschreibe dann das Bild aus dem Kopf
  • Nutze verschiedenfarbige Mappen oder Papier für die unterschiedlichen Fächer
  • Gestalte Merkblätter in unterschiedlichen Formen (rechteckig, quadratisch, rund)
  • Du kannst dir auch einen Gedankenfilm im Kopf zu dem Lernthema drehen und ihn bei Wiedergabe abspielen
  • Bastle zu deinem Lernthema eine Fotocollage und stell deinen Lerninhalt in Bildern, ergänzt mit Zeichnungen oder Skizzen, dar

 

Versucht eine klare Struktur zu finden, damit die visuellen Anker nicht zu viele werden und wieder erkannt werden.

Der Visuelle Lerntyp (sehen, lesen,)

 

  • Spricht schnell ohne Punkt und Komma
  • Ist sehr aktiv, atmet oben an der Brust
  • Achtet sehr auf sein Äußeres
  • Entscheidet oft nach optischen Kriterien
  • Kann sich gut an visuelle Dinge erinnern
  • Beispiele für Formulierungen des visuellen Typus:
    „Das sieht gut aus!“

    „Da ging mir ein Licht auf!“

 

Typgerechte Lernstrategien

  • Lernstoff mehrmals durchlesen
  • Wichtige Textpassagen/ Informationen unterstreichen
    (für verschiedene Themenbereiche unterschiedliche Farben benutzen)
  • Schaubilder, Mindmaps, Tabellen oder
    Skizzen zum Thema anfertigen
  • Abbildungen (möglichst verschiedene) zum Thema ausführlich anschauen
  • Notizzettel mit Vokabeln, Formeln oder Fachbegriffen an den Spiegel, die Tür, etc.
  • Filme/ Videoclips/ Bilder zum Thema im Internet anschauen
  • Lernen durch Zuschauen

 


Verbildlichung

Versuche, den Lernstoff zu visualisieren. Schreibe jedem Punkt ein Bild vor Deinem inneren Auge zu. Eine sehr hilfreiche Form der Visualisierung sind außerdem Organigramme oder Mindmaps – so kannst Du bildhaft die Inhalte zu Papier bringen.

Mindmaps

Gerade bei komplizierten Inhalten bringt die Mindmap Licht ins Dunkle. In der Mitte zentriert befindet sich das Thema oder Schlagwort, von dem dann einzelne Unterpunkte als Äste abgehen. Diese haben jeweils noch eigene Zweige. So kannst Du Dir einen Überblick über komplexe Themen verschaffen und Deine Gedanken optimal ordnen.

Gedächtnispalast

Hier handelt es sich aber um ein Gebäude, das Du vor Deinem inneren Auge aus dem Lernstoff konstruierst. Das Fundament besteht aus den grundlegenden Inhalten. Die Säulen wiederum bilden die wichtigsten Eckpunkte. Über den eigentlichen Stoff hinausgehende Details verortest Du auf dem Dachboden. In der Prüfung läufst Du dann gedanklich durch Deinen Gedächtnispalast und es wird Dir leichter fallen, die Inhalte abzurufen.



auditiv

Lernende mit vorwiegend auditiver Wahrnehmung

 

  • mit ausgeprägter auditiver Wahrnehmung werden Informationen in chronologischen Sequenzen abgespeichert - Schritt für Schritt - nacheinander
  • besonders wichtige Inhalte oder Schlagworte laut nachsprechen, dadurch verankern sich diese besser im Gedächtnis
  • Leises mitsprechen ist eine gute Technik (allerdings eher zu Hause beim Lernen als im Unterricht)
  • Beginne Sätze und dein Kind ergänzt den Lernstoff
  • Verankert Informationen mit Geräuschen
  • Schüttelreime sprechen 
  • Lustige Sprüche zum Lerntext erfinden und vorsagen
  • Nimm dir den Lernstoff als Audio auf und höre ihn wiederholt an z.B. Memofunktion oder Diktiergerät dabei kann das Lernen durchaus mit Bewegung verknüpft werden.
  • Besonders empfehlenswert ist es, den Lernstoff in kurzen Sequenzen zu speichern, um zwischendurch Pause zu machen und schneller die Lektionen zu finden, die noch nicht so gut sitzen.
  • Lernstoff jemand anderem erklären. (Eltern, Mitschüler, dem Lieblingsstofftier)

Der auditive Lerntyp (Hören)

 

  • Spricht langsam, klar und deutlich
  • Sind oft musikalisch und kreativ
  • Benötigt viel Ruhe und ist leicht ablenkbar
  • Achtet auf Rhythmus, Tonalität, Sprechgeschwindigkeit
  • Ist analytisch
  • Beispiele für Formulierungen des auditiven Typus:
  • „Hört sich gut an!“
  • „Das Thema des Vortrages sprach mit total an!“
  • „Klingt wie Musik in meinen Ohren!“

 

 

Typgerechte Lernstrategien

  • Lernen durch Zuhören, Diskussion
  • Spart sich viel Zeit, wenn er im Unterricht gut zuhört
  • Lernstoff aufnehmen und immer wieder abspielen
  • Lernen mit YouTube
  • Texte selber laut vorlesen! Merksätze und Definitionen rhythmisch sprechen und evtl. kleine Melodien dazu erfinden
  • Vokabeln innerlich und laut aussprechen, genau auf die Aussprache der Vokabeln von anderen hören

Laut sprechen

Lese dir den Lernstoff laut vor  oder unterhalte dich gezielt mit einem Lernunterstützer.

Du kannst auch am Telefon einem Mitschüler davon erzählen.

Audio & Video

Spreche dir den Lernstoff als Audio auf

oder suche dir in YouTube ein Video zu deinem Lernstoff.

 

Es gibt für so manchen Lernstoff auch ein rhythmisches Lied.

Vortrag halten

Sitzt das Gelernte schon einigermaßen? Dann wird es Zeit für einen kleinen Vortrag für die Familie. Nutz z.B. die Zeit beim Abendessen, um alles, was es an diesem Tag gelernt hat, einmal laut zu erklären. Das hilft, das Gelernte noch einmal in eigenen Worten zu wiederholen und macht gleich die ganze Familie schlauer. Mögliche Wissenslücken können so auch schnell aufgedeckt und anschließend durch Erklärungen gefüllt werden.



kinästhetisch | motorisch | haptisch

Lernende mit vorwiegend kinästhetischer Wahrnehmung

 

  • Lernen durch eigene Erfahrungen um zu spüren, zu fühlen, sich bewegen
  • Nachspuren von Informationen gern auch mithilfe des ganzen Körpers um den Lerninhalt auch im Muskelgedächtnis abzuspeichern. Diese Kinder wechseln oft die Hemisphären beim Lernen
  • Lernen heisst nicht stillsitzen - daher werden hier oft zum Ausgleich die Beine gewackelt, Stifte verbogen oder Radiergummis zerknautscht
  • Lernen mit Bewegung d.h. im Raum umhergehen, während dem Fussball kicken oder Vokabeln auf dem Trampolin lernen 
  • Buchstaben oder Zahlen erspüren z. B. durch einen Fühlsack oder haptische Zahlen aus Holz unterstützen das Lernen
  • Ein Anti-Stressball zum zerknautschen während der Stoff gelesen dient auch zur Bewegungsfreiheit. 
  • Lernstoff in verschiedene Ecken verteilen und dann zu den Plätzen gehen, Gemerktes notieren z.B. als neues Arbeitsblatt oder Mindmap
  • Lerninhalt mit Gesten verbinden z.B. bei einem Gedicht zusätzlich mit Gesten Bewegung in den Lernstoff bringen

 

Bei ausgeprägter kinästhetischer Wahrnehmungsebene braucht dein Kind viele Wiederholungen um sich den Lerninhalt länger merken zu können. 

Der kinästhetische/motorischer Lerntyp
(fühlen, anfassen, ausprobieren)

 

  • Spricht langsam, macht laaange Pausen,
    kann nicht gut stillsitzen
  • Der Macher unter den Lerntypen „Learning by doing“
  • Blickt nach unten
  • Fühlt sich durchs Leben
  • Fasst gerne an
  • Braucht länger für Entscheidungen
  • Beispiele für Formulierungen des kinästhetischen Typus:„Das fühlt sich gut an!“
    „Ich bekomme das in den Griff!“

Typgerechte Lernstrategien

  • Lernen in Bewegung
    (oft auch mit dem Stift, den Händen, den Füßen)
  • Eine Lernumgebung mit besonderer Wohlfühl-Atmosphäre schaffen
  • Wichtige Informationen mehrmals aufschreiben (Definitionen, Formeln...)
  • Beim Spazieren gehen mit Lernkarten lernen
  • Kenntnisse praktisch anwenden (z.B. Fremdsprachen)
  • Gut wäre ein flexibler Stuhl
  • Den Lernstoff zusammenfassen und neugestalten

    Oft sind wird der Lernstoff eher global als in Details wieder gegeben daher ist es sinnvoll andere Sinneskanäle mit einzubringen und Detailbeschreibungen zu trainieren. 

Bewegung

Nicht alles lässt sich in praktische Anwendungen umwandeln – gerade Lernstoff höherer Klassenstufen kann sehr theoretisch und abstrakt sein. Dann lernt der motorische Lerntyp schon besser, wenn er beim Lernen in Bewegung bleibt. Beispielsweise kann er rhythmisch beim Lernen in die Hände klatschen, Grimassen schneiden oder schlicht "herumtigern". Solange Ihr Kind nicht stillsitzen muss, sondern seinem Bewegungsdrang folgen darf, kann es sich den Unterrichtsstoff oft leichter einprägen. Auch beim Trampolin hüpfen zum Beispiel.

Praktisch umsetzen

Der Praktiker unter den Lerntypen versteht den Lernstoff am besten, wenn er ihn selbst "nacherlebt". Naturwissenschaftliche Phänomene lassen sich beispielsweise gut durch Experimentierkästen begreifen. Aber auch Rechtschreibung und Grammatik lassen sich motorisch üben, zum Beispiel durch eine Runde Scrabble. Generell gilt: Ist es möglich, das Thema in irgendeiner Form anschaulich zu machen? Zum Beispiel durch einen Ausflug in die Natur, ein Museum oder durch das Basteln eines Modells? Dann sollte Ihr Kind diese Möglichkeit in jedem Fall nutzen!

Aktiv anwenden

Rollenspiele oder Aktivitäten spornen dich an und machen dir großen Spaß. Damit du dir Lerninhalte merken kannst, musst du etwas damit tun, ausprobieren, eben handeln. Versuche findest du klasse. Nicht immer ist das bei bestimmten Themenfeldern möglich, doch sei kreativ und dir fällt sicher etwas ein, wie du leichter lernen kannst. Bei dir gilt: „Was in den Sinnen war, ist auch im Verstand.“ Viele Sinneserfahrungen sind daher sehr effektiv. Vielleicht kannst du Inhalte in einem Rollenspiel nachspielen? Da freut sich dein emotionaler Lernanteil!



olfaktorisch

Duftanker

Eine geniale Hilfe beim trockenen Lernen bietet der Duftanker. Er verknüpft das Wissen aus der Gehirnforschung und der Lernforschung im Bereich der ätherischen Öle.

Mit diesem lässt sich das Gelernte leichter abrufen, es ist besser erinnerbar und wenn man noch einen konzentrationsfördernden Lieblingsduft verwendet, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe.

 

Lerndüfte:

  • Zitrone,
  • Grapefruit,
  • Orange,
  • Lavendel fein,
  • Zirbelkiefer,
  • Bergamotte,
  • Pfefferminze,
  • Rosmarin
  • oder eine geeignete Mischung von einigen Ölen.

Erinnerung aktivieren

Möglich macht dies das Duftgedächtnis. Viele von uns kennen das sicherlich noch vom Vanilleduft, oder? Es holt uns meist Pudding-Kindheits-Erinnerungen hoch – bei mir auf alle Fälle, wie der Zimt die Weihnachts-Erinnerungen. Natürlich auch negative: Mich erinnert der Duft an Kamille an Übelkeit und Magendrücken. Sobald ich ihn nur rieche, wird mir leicht übel und ich verspüre so einen leichten Magenschmerz … Das war der Moment, in dem ich als Kind mit einem Kamillentee beglückt wurde.

 

Genauso wichtig:

Bei einem neuen Stoff bzw. für ein neues Examen ist natürlich ein anderer Duft zu verwenden, außer er baut auf das gerade absolvierte Examen auf.

Duftende Unterstützer

Ätherische Öle sind duftende Unterstützer beim Lernen.

Es gibt bereits fertige Mischungen.

Jedoch sollte für unterschiedliche Themen auch unterschiedliches Öl als Anker gesetzt werden.

Es kann aber auch generell ein Öl bzw. Ölmischung zur allgemeinen Unterstützung z.B. Konzentration oder Motivation  eingesetzt werden.


Bitte beim Kauf auf gute Qualität achten,

gerne berate ich.



gustatorisch

Den gustatorischen Sinn müssen überwiegend Köche trainieren, allerdings kann ein gutes Getränk am Arbeitsplatz nicht schaden um auch ausreichend zu trinken.

Einfach einen Lern-Tee aus frischen Kräutern trinken.

Als Tee bietet sich eine Mischung aus Rosmarin, Melisse und Pfefferminze an, eventuell auch kalt getrunken mit einem Spritzer Zitrone.

Natürlich kannst du dir auch deinen eigenen Lieblingslerntee an den Arbeitsplatz stellen.
Wer Tee nicht so gerne mag kann auch Wasser mit einem Spritzer Zitrone nutzen.

 

Lernmethoden verschiedener Lerntypen mischen sich automatisch

 

Die Tipps zeigen, dass die Grenzen zwischen Lerntypen nicht vorhanden sind:
Beim Scrabble nimmt Ihr Kind nicht nur motorisch-haptisch, sondern natürlich auch visuell die Buchstaben wahr. Rhythmik und Melodie nutzt auch der auditive Lerntyp, um Wissen zu festigen und der kommunikative Lerntyp lernt durch Gespräche mit anderen – wie auch der motorische. Nur, dass hier eben das Anwenden im Vordergrund steht. Sie sehen: Je mehr Sinne angesprochen werden, desto besser. Also nicht auf den einen Typ versteifen, denn der Mix macht`s.

Erfolgreich lernen - mit allen Sinnen.


Bonus - Wahrnehmung trainieren

 

 

WIE DU DEIN GEHIRN & DEINE WAHRNEHMUNG TRAINIERST

 

Dein Gehirn liebt Herausforderungen.

An Anfang gelingt es vielleicht nicht so einfach.

Du wirst jedoch merken - nach ein paar Runden klappt es schon viel leichter.

Probiere es aus!

 

HINWEIS: hab einfach Spaß

Verdrehte Welt 1.0

Deine Schreibhand schreibt deinen Namen aufs Blatt

 

Gleichzeitig macht dein Fuß der anderen Seite eine Kreisbewegung im Uhrzeigersinn

Verdrehte Welt 2.0

Deine NICHT-Schreibhand schreibt deinen Namen aufs Blatt

 

Gleichzeitig macht dein Fuß der anderen Seite eine Kreisbewegung im Uhrzeigersinn

 

Verdrehte Welt Vario

Wechsele die Richtung der Kreisbewegung nach jeder Runde

  • Summe dazu
  • Klatsche nach jedem Buchstaben 1 x in die Hand
  • der Fuß dreht die ganze Zeit weiter

 


Nimm auch andere Wörter oder auch Lernwörter

Bestimmt fällt dir noch was NEUES ein

Hab einfach Spaß dabei.